Die prestigeträchtige australische Tageszeitung
"Sydney Morning Herald" berichtete in ihrer Ausgabe vom 16. Juli 2005 von
einer skandalösen Geburt. Die 37-jährige Melissa Irene Tanner musste sich nun
in den USA vor Gericht verantworten, weil sie ihr Kind mit 2,1 Promille zur
Welt gebracht hatte. Von der Polizei war zu hören, dass die Frau vor der
Entbindung Alkohol getrunken hatte und damit ihr Kind vorsätzlich in
Lebensgefahr gebracht hatte.
Während der Geburt ihrer Tochter am 30. Juni 2005 hatte Tanner einen
Blutalkoholspiegel von sage und schreibe 2,9 Promille. Das erlaubte Limit im
nördlich von Texas liegenden US-Bundesstaat Oklahoma liegt für Autofahrer bei
0,8 Promille. Eine Sauerstoffflasche war nötig, um das Baby zum atmen zu
bringen. Außerdem wurden dem Neugeborenen Medikamente verschrieben, um den
Rauschgiften entgegenzuwirken.
Tanner erzählte der Polizei gegenüber, dass sie zusammen mit einer anderen
Personen eine Kiste Bier, bestehend aus 24 Dosen, vor der Geburt getrunken
hatte, als auch schon die Wehen einsetzen. Sie fuhr fort, dass sie zudem noch
regelmäßig während der Schwangerschaft Alkohol konsumierte. Das Gericht
verurteilte sie zu einer Geldstrafe von 30.000 US-Dollar, umgerechnet etwa
25.000 Euro. Tanner stuft sich selbst als Alkoholikerin ein.
Der untersuchende Sheriff James Wynn erklärte gegenüber der Presse, dass das
Baby unter dem fötalen Alkoholsyndrom leidet. Das Baby wurde in ein Pflegeheim
mit geschulten Personal eingeliefert, dass auf derartige Fälle spezialisiert
ist. Das Zentrum für Krankheitsbekämpfung- und Vorbeugung listet dieses
Syndrom als führende vermeidbare Ursache bei Schwangerschaften in Bezug auf
geistige und physische Behinderung auf.